Unser Leitbild

Was uns wichtig ist…

In unserem Kindergarten Vogelnest heißen wir alle Kinder, Eltern, Mitarbeiter anderer Institutionen, Besucher und Gäste herzlich Willkommen.

Wir sehen und respektieren die Verschiedenartigkeit und Einzigartigkeit der Menschen, die mit uns in Kontakt treten als Bereicherung für unsere Einrichtung. Unser Handeln wird bestimmt durch Respekt, sowie christliche und demokratische Werte. Wir sind offen für andere Ansichten, Kulturen und Religionen.

Wir sehen uns als familienergänzende Lebens-, Lern- und Bildungseinrichtung. Durch das tägliche soziale Miteinander begleiten und prägen wir einen wichtigen Abschnitt der ersten Lebensjahre der Kinder, sowie ihrer Eltern.

Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die Stammgruppenarbeit beizubehalten, um allen Kindern in ihren Gruppen ein Nest zu bieten. Jedes Kind hat seinen festen Platz in der Stammgruppe. Das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe schafft die Voraussetzung für positive Entwicklungen. Durch feste Bezugspersonen werden kindliche Bedürfnisse wie Geborgenheit und Sicherheit, soziales Lernen sowie Bildung erfüllt.

Die Eingewöhnung in Stammgruppen ist für die Kinder leichter und bietet Orientierung. Die Stammgruppe hat auch für die Eltern Vorteile. Bei Fragen und Sorgen haben die Eltern direkte Ansprechpersonen.

Durch Partizipation und Förderung der uns anvertrauten Kinder, bereiten wir sie auf die Schule und somit ihr späteres Leben vor.

Eine vertrauensvolle und gute Atmosphäre ist deshalb die Basis, auf der wir arbeiten möchten. Jede Familie schätzen wir in ihrer Einzigartigkeit und wollen diese fördern.

Wir suchen stets eine Weiterentwicklung unseres Tuns und die Auseinandersetzung mit unserer Arbeit. Wir sind nie „fertig“ da es immer Raum gibt für Entwicklung und Offenheit für Neues.



 

Lebensbezogener Ansatz

Wir arbeiten nach dem lebensbezogenen Ansatz von Norbert Huppertz. Bei diesem Ansatz steht das „Leben in seiner ganzen Bedeutung und in seiner ganzen Vielfalt“ (Huppertz, 2008, S. 16) im Vordergrund. Es geht um das Leben jedes Einzelnen sowie das Leben Aller. Ziel ist es jedem Kind ein gelingendes Leben zu ermöglichen.

Das Kind wird im lebensbezogenen Ansatz als eigenständige und kompetente Person wahr- und ernstgenommen. „Jedes Kind ist so viel Person wie ein Erwachsener – nur in einem anderen Lebenszeitraum“ (ebd., S. 24). Es ist ein Individuum und somit einmalig und unaustauschbar. Gleichzeitig ist das Kind auch ein soziales Wesen, das „auf andere hin angelegt und angewiesen“ (Huppertz, 2008, S. 22) ist.

Die ErzieherInnen sind dafür verantwortlich, das Kind in seinen Alltagshandlungen und im Freispiel pädagogisch zu begleiten, sowie Bildungsangebote und Projekte anzubieten. Dies erfordert eine offene, am Kind orientierte Planung, die von Seiten der Fachkräfte mit viel Flexibilität, Kreativität und Spontanität begleitet wird. Dabei nehmen sie eine professionelle, dem Kind zugewandte, partnerschaftliche und aktive Rolle ein. Sie planen, beobachten, kooperieren, fördern, erziehen und bilden immer mit dem Ziel ein gelingendes Leben zu ermöglichen.

Die Aufgabe der ErzieherInnen besteht also darin, auf das Leben jedes einzelnen Kindes zu schauen. Das beinhaltet die aktuelle Lage und Kompetenzen des Kindes, aber auch seine Zukunft. Anhand der Beobachtungen wird überlegt, was das Kind in seiner jetzigen Lage und überhaupt, für ein gelingendes Leben braucht. Zu einem gelingenden Leben gehört u.a. der Schulerfolg. Das bedeutet, dass das Leben des Kindes nach dem Kindergarten vorrausschauend mitbedacht werden muss. Dabei geht es darum, die pädagogische Arbeit mit Blick auf die Schulfähigkeit zu planen und zu organisieren, ohne die aktuellen und gegenwärtigen Ereignisse zu vernachlässigen. Die Frage „Was braucht das Kind für sein gelingendes Leben?“ (Huppertz, 2015b) ist somit von zentraler Bedeutung. Die Bedürfnisse des Kindes stellen den Ausgangspunkt der pädagogischen Arbeit dar. Dabei geht es nicht primär um die Interessen und Begehrungen des Kindes, sondern um das, was es wirklich für ein gelingendes Leben braucht. Nämlich Zuwendung, soziale Einbindung in eine Gruppe, Anerkennung, gesunde Ernährung, Wärme, gute Luft usw.. Zudem braucht das Kind anregende Bildungsangebote, orientierende Führung durch Erziehung sowie den Raum und die Zeit etwas bewegen und sich selbst verwirklichen zu können (Vgl. Huppertz, 2008). Dabei ist es wichtig, die Ganzheitlichkeit des Kindes, d.h. Körper, Geist und Seele im Blick zu haben. Denn nur wenn sich das Leben und Lernen im Kindergarten auf alle anthropologischen Dimensionen bezieht, ist eine ganzheitliche Bildung möglich. Aus diesem Grund kommen beim lebensbezogenen Ansatz, vorzugsweise er-lebende Methoden zu Einsatz. Dabei geht es darum, „das Bildungserlebnis für Kinder zu einem echten Erleben und damit zu einer echten Erfahrung“ (Huppertz, 2015b) zu machen. Diese erlebenden Methoden, müssen von den ErzieherInnen verantwortungsvoll begleitet, sowie vor- und nachbereitet werden.

Des Weiteren, ist eine gezielte vorbereitete Umgebung von großer Bedeutung. Diese soll das Kind zum Schauen, Betrachten, Sprechen und Handeln anregen und somit ein Erlebnis ermöglichen. Das kann bedeuteten, dass bestimmte Gegenstände zentral bereitgestellt werden oder andere, störende und ablenkende Dinge beseitigt werden. Außerdem werden didaktische Materialien und Spielsachen herangezogen und verwendet, sofern sie lebensbezogenes Arbeiten ergänzen.

Für eine gelingende und gute pädagogische Arbeit ist es wichtig, dass die ErzieherInnen die Lebensbedingungen und Befindlichkeiten des einzelnen Kindes kennen. Dies erfordert einen offenen und vertrauensvollen Austausch, sowie eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern.